„Mejillones de roca“ – Frische Muscheln von den Felsen vor Menorca

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„Mejillones de roca“ – Frische Muscheln von den Felsen vor Menorca

Sobald die kleinen, tiefschwarzen Miesmuscheln auf Menorca wieder in Saison kommen, fällt es mir schwer, mich an die gängige Empfehlung zu halten, höchstens einmal im Monat Muscheln zu essen. Die “Mejillones de roca” sind für mich – neben guten Austern – der Inbegriff von frischen Meeresfrüchte und Urlaub am Meer. Sie sind tiefschwarz, kleiner als ihre gezüchteten Artgenossen aus Galizien und schmecken fein und leicht nussig. Noch etwa 2 Monate sind sie zu haben, bevor sich die Bestände wieder erholen müssen.

Da die kleinen Weichtiere von unserer Nachbarinsel Menorca kommen, bekommt man sie hier auf Mallorca immer frisch und muss sich nicht vor Muscheln mit langen Reisewegen “fürchten”. Trotzdem gilt natürlich die Regel, Muscheln, die sich beim Kochen nicht geöffnet haben, wegzuwerfen bzw. Muscheln, die im rohen Zustand schon weit geöffnet sind, gar nicht erst in den Kochtopf zu geben. In beiden Fällen ist die Muschel nämlich schon tot und nicht mehr geniessbar.

Mejjillones de roca

„Mejillones de roca“

Wenn man jetzt auf dem Fischmarkt, zum Beispiel im Mercat d´Olivar in Palma  frische Miesmuscheln sieht, gibt es eigentlich keine Ausrede mehr – die Zubereitung ist  wirklich einfach. Ich wasche den groben Schmutz der Miesmuscheln zuerst unter fließend kaltem Wasser ab und entferne den “Bart” vorsichtig. Der „Bart“ ist die Verbindung zwischen Muschelfleisch und dem Felsen, an dem die Muschel sitzt. Lebenswichtig, sozusagen. Daher sollte man den Bart erst abreissen, wenn man die Muscheln gleich anschließend kocht. Sonst ist sie verletzt und öffnet sich.

In einem grossen Topf schwitze ich nun in Würfel geschnittenen Fenchel, Sellerie, Zwiebeln und Tomaten an, bevor ich die Muscheln dazugebe. Mit einem guten Schuss Weisswein ablöschen, gehackte Kräuter wie Petersile, Estragon oder Fenchelkraut dazu und Deckel drauf. Salzen muss man nicht, denn die Muscheln kommen ja aus dem Meer und geben beim Kochen ihre Flüssigkeit ab. Man kann nach gut 5 Minuten die Hitze reduzieren und nachschauen, ob sie alle offen sind. Am liebsten serviere ich jetzt die Muscheln direkt in einer grossen Schale auf dem Tisch mit frischem Baguette und Alioli. Und ich lege natürlich einen Löffel dazu, damit man den köstlichen Sud essen kann.

Pasta und mejillones

Pasta und „mejillones“

Oder wie wäre es mit frischer Pasta mit Muscheln? Dazu giesse ich die Muscheln nachdem ich sie wie oben beschrieben gegart habe, durch ein Sieb und lasse den Sud in einer grossen Pfanne etwas einreduzieren. Für Bindung und Geschmack gebe ich ein Stück Butter dazu, dann etwas Cayenne Pfeffer, Zitronensaft, Knoblauch und Petersilie. In der Zwischenzeit pule ich die Muscheln aus ihren Schalen und koche frische Spagetthi oder Tagliatelle al dente. Die Pasta schwenke ich dann im einreduzierten, nach Lust und Laune abgeschmeckten Muschelsud und gebe das Muschelfleisch dazu. Ein gutes Olivenöl darüberträufeln… Hmmmm….

Für ein leichtes Sommeressen verarbeite ich die Muscheln auch gerne zu einem „Salpicón de mariscos“, dem spanischen Meeresfrüchtesalat. Dazu pule ich die „Mejillones“ wie gehabt nach dem Kochen, und mariniere sie mit reichlich Zitronensaft, Olivenöl, Petersilie. Dann mit Zwiebel-, Paprika- und Tomatenwürfeln, klein geschnittenen Essigkurken, gekochtem Pulpo und Gambas vermengen, etwas ziehen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit etwas Blattsalat anrichten.

Viel Spass beim Ausprobieren,

Caroline Fabian

Private Cooking Mallorca

by Caroline Fabian

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